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Goodbye / Home Sweet Home

In unserer letzten Nacht sind wir uns näher und gleichzeitig entfernter als wir es je waren.
Zuhause.
Du wirktest fremd anfangs. Unnahbar. Der Ausblick, den du mir von der Straße hinüber zum weiten Friedhof gabst, machte es zunächst nicht unbedingt besser, verleihte vielmehr ein morbides Gesamtgefühl. Dein knarrzender Untergrund gab Auskunft über dein beträchtliches und restaurierfähiges Alter. Und doch war es von meinem Fenster auch ein Ausblick in all die liebevollen und verrückten Dialoge der vorbeilaufenden und stehengebliebenen Menschen.
Mit der Zeit umschmeicheltest du mir mit deiner paradiesischen Größe. Du warst umgeben von unzähligen Bäumen und selbst der Friedhof wirkte im Sommer wie ein grünsprießender Park. Deine Geräumigkeit gab Luft in Momenten panischer Atemlosigkeit.
Zuhause, du warst alt, aber robust. All die Menschen, die mein Leben kreuzten und die du bei dir über kurz oder lang aufnahmst, gehören zu unserer beider Erinnerungen. Du warst Beobachter, Zuhörer und Augenzeuge wunderschönster und schmerzhaftester Erinnerungen.
Ich verabschiede mich, Palast der Erinnerungen. Ich bin dir entwachsen.
Lass uns trinken heute Nacht.
Auf den Abschied. Auf die Vergänglichkeit. Auf das Alte und das Neue.
1.7.17 01:18
 
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