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#konzeptlosesBrainstorming

Neuerdings befand ich mich auf einer Seelenexpedition
Da war dieser unangenehme Druck in der Brustregion
Liegt wahrscheinlich an den Fernwehattacken
Oder an der Schlechtwetterdepression,
jedenfalls ging mit all dem ein unkontrollierter Gewichtsverlust einher und die smartphonesüchtigen Flittchen in Instagram posten Architekturscheußlichkeiten und halten sich für Kunstkenner, während ich mit meiner bescheidwisserischen Attitüde sie als Soical-Media-Kinder mit pubertätsneurotischen Auswüchsen entlarvt habe. Latentes Delirium macht sich breit, welches man nur mit einer Mischung aus gesundem Durchdrehfaktor und Schräghumor schwer zu ertragen lernt, bis man sich auf einer sentimentalen Ausbruchsreise wiederfindet und den Sonnensturm mit einem von der NASA speziell für mich angefertigten Teleskop beobachtet. Vielleicht stand ich bloß in einer geistigen Tiefflugverbotszone und zog mir ganz sicher nicht deswegen kalifornischen Punkrock rein. Ich habe mich mit dem Katastrophenschutzministerium der russischen Föderation in Verbindung gesetzt und Entwarnung gegeben. Man will irgendwann schließlich nicht als Kriegsgeschichtenerzähler in einer ARTE-Dokumentation enden.

 

13.4.17 22:06


Cui bono?

Am 16. April 2017 findet in der Türkei die Abstimmung über eine Verfassungsänderung statt. Die parlamentarische Regierungsform soll einem Präsidialsystem weichen. Das liest sich auf den ersten Moment harmlos, schließlich gibt es ja auch in den USA und Frankreich ein Präsidialsystem. Näher unter die Lupe genommen, kündigt sich allerdings Unheilvolles an: Während in den USA die Gewaltenteilung (checks and balances) für ein politisches Gleichgewicht sorgt, fehlt diese so wichtige Komponente in der Türkei. In Frankreich herrscht nur ein semipräsidiales System, in dem das Parlament unter dem Schutz der Unabhängigkeit steht, die der dortige Staatspräsident zu gewährleisten hat. Diese Bewahrung der parlamentarischen Unabhängigkeit würde in der Türkei nahezu komplett entfallen. Erdogan hätte bei einem Referendumserfolg die Befugnis, hohen Einfluss auf das Parlament auszuüben. Er kann Richter und Staatsanwälte nach Belieben auswählen und somit die Justiz beeinflussen. Er hätte die Macht, ohne die Zustimmung des Parlaments, den Vizepräsidenten sowie seine Minister zu berufen. Er hätte letztlich sogar die Möglichkeit, das Parlament einfach aufzulösen.

Die Reise führt von einer demokratischen Ordnung in eine diktatorische. Unzählige Regierungskritiker wurden bereits im Vorfeld der Wahl verhaftet. Sie werden als Terroristen gebrandmarkt. Ja-Wähler werden auf diese Weise enorm unter Druck gesetzt. Die Türkei war politisch und gesellschaftlich noch nie so gespalten wie heute. Erdogan verstärkt diese Spaltung ganz bewusst. Sie begann bereits 2013 mit den „Gezi-Protesten“. Mit nationalistischer und anti-westlicher Rhetorik hat er große Teile des Volkes erreicht und auf seine Seite gezogen. Viele seiner Wähler wissen nicht einmal, worüber überhaupt im Detail abgestimmt wird; wichtig ist nur, dass Erdogan sie weiterhin führt.

Das Land steht vor einer historischen Wahl. Es ist die Wahl, Atatürks Vermächtnis zu bewahren oder fallenzulassen.

10.4.17 13:43


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