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Schwarz/Weiß, einer der stärksten Kontraste unseres Lebens. Neben Gut und Böse, Himmel und Hölle, Hass und Liebe. In den Zwischentönen verbergen sich die Details, die uns in unserer Entscheidung prägen, auf welche Seite wir uns schlagen. Zeitweise stecken wir zwischen zwei Pol-en fest, wenn die Gegenkräfte gleich stark wirken. Es setzt ein Gefühl der Unvollkommenheit ein. Wir sind gespalten. In solchen Momenten überlassen wir die Entscheidungsmacht oftmals dem Schicksal und glauben, das Drehbuch zu unserem Leben von einer höheren Gewalt schreiben zu lassen. Wir machen es uns damit zu leicht und zu schwer gleichzeitig. Das, was wir Schicksal nennen, ist ein Gegenpol zu unserem freien Willen, den wir nach Beliebem anerkennen oder abstreiten. Es ist Ausdruck der Dialektik des Körper/Seele-Problems. Dualität durchzieht unser gesamtes Universum, in Form von Licht und Dunkelheit, in der Einheit und dem Widerspruch der Strukturen für eine der allgemeingültigsten Gesetze der Natur im Bereich der sichtbaren und dunklen Materie, der Gravitation und der nicht-gravitativen Wechselwirkungen. Alles ist dialektisch, dualistisch und antipodisch, aber gleichsam vollkommen, synchron und harmonisch. Aus diesem Grund sind wir hin und hergerissen zwischen Glaube und Nichtglaube, zwischen richtig und falsch, Gott und Teufel, Schicksal und Willenskraft. Wir sind Ausdruck des (zwie)gespaltenen Kosmos.
29.4.17 17:44


Neoliberalism (Exkurs)

Wir leben in einer Oligarchie, in der die Mächtigen, die im Hintergrund die Fäden in der Hand halten, das Spielchen der Zerstreuung perfektioniert haben. Sie haben den Neoliberalismus in die westliche Welt installiert. Er ist ein unsichtbares Schreckgespenst, geflochten aus einem Netz aus Intransparenz, Korruption, Machtmissbrauch und Profitwahn. Wir werden ganz bewusst in permanente Ablenkungen verwickelt, damit unser Blick auf die wichtigen und wesentlichen Fragen zur gesellschaftlichen und politischen Realität vernebelt wird. Unsere Aufmerksamkeit wird zerstreut durch ganz gewöhnliche Alltagssituationen, in denen wir nach einem neuen Auto Ausschau halten, die Frage stellen, wo wir unseren nächsten Urlaub verbringen, welchen Internetanbieter wir wählen, was wir auf Instagram posten und damit beschäftigt sind, kaputte Elektronikartikel zu ersetzen. Wir sind permanent beschäftigt und eingenommen von unserer eigenen Lebensrealität, die im Grunde nicht unsere eigene ist, sondern eine von der Konsumindustrie an uns herangetragene, von der wir denken, sie wäre unsere. So hetzen wir von einem Termin zum nächsten, von einer Verpflichtung zur anderen, von alten Hobbys zu neuen und wundern uns, weshalb wir auf der Suche nach dem Sinn im Sinnlosen sind. Wir sind die Generation der Gehetzten, denn wir wissen, dass wir den Anschluss nicht verpassen dürfen, um an diesem kranken System mitspielen zu können.
Der Neoliberalismus hat mächtigen Konzernen den Weg zu immer mehr Dekadenz geebnet und ihre Macht zementiert. Die freie Marktwirtschaft ist längst nicht mehr "frei". Wenn ich mir vornehmen würde, morgen ins Automobilgeschäft einzusteigen und eine eigene Automarke gründen, würden mich Großkonzerne wie BMW, Mercedes oder Audi einfach auffressen, runterschlucken und wieder rausscheißen. Würde ich mir vornehmen wollen, ins Computergeschäft zu investieren und mit einem eigenen Betriebssystem in den PC-Markt einsteigen, würden Microsoft und Apple mich in eine Ameise verwandeln und mich zerquetschen. Je weniger Konkurrenzkampf es gibt, umso mehr sind wir von einer gesunden Marktwirtschaft entfernt. Einige wenige Großkonzerne haben inzwischen so viel Macht, dass sie sich mittlerweile auf nahezu gesetzfreiem Terrain bewegen können. Konzerne werden von noch größeren Konzernen geschluckt oder fusionieren sich zu einem noch größeren Industrietitanen. Damit haben sie zum Großteil Monopolstellung eingenommen. Der Neoliberalismus ist der "Glaube an den Markt". Er ist Turbokapitalismus im Endstadium. Und wir sind mittendrin, yay.
28.4.17 17:18


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